Im Interview: Florian Scherr, Vertriebsdirektor der Creaton GmbH

Florian Scherr, Vertriebsdirektor der Creaton GmbH © Creaton GmbH

Seit Anfang des Jahres 2021 ist das Unternehmen Creaton neuer Holzbau Deutschland Leistungspartner. Wir sprachen mit Herrn Florian Scherr, Vertriebsdirektor von Creaton, über die Chancen des Holzbaus und die Motivation des Unternehmens, Leistungspartner zu werden.

Herr Scherr, seit wann besteht das Unternehmen Creaton und was bietet es an?

Creaton blickt auf eine über 130jährige Geschichte zurück, die im Jahr 1884 mit der Gründung der Josef Berchtold GmbH begann. Diese fertigte vor allem Pfannenziegel. Genauso wie Anton Ott, der 50 Jahre später ebenfalls ein Ziegelwerk eröffnete. Aus der Fusion beider Traditionsunternehmen ging 1992 Creaton hervor. Seit Anfang des Jahres haben wir mit dem französischen Unternehmen Terreal einen neuen leistungsfähigen Partner und bauen unsere gemeinsame europäische Marktposition im Steildach weiter aus.

Wo sehen Sie zentrale Schnittstellen zum Holzbau?

Das Bauen mit natürlichen Baustoffen, und hier ganz besonders Holz als Werkstoff auch im konstruktiven Bau, hat in den vergangenen Jahren eine sensationelle Renaissance erlebt. Hier knüpfen wir mit unseren nachhaltigen, weil langlebigen Produkten aus natürlichen Rohstoffen an. Eine weitere Schnittstelle von Creaton mit dem Holzbau sehe ich in unserer noch jungen und innovativen Geschäftseinheit Photovoltaik. Egal ob im Neubau oder auch Sanierungsbereich – die Anforderungen an alternative, regenerative Energiequellen steigen und der Bedarf entwickelt sich exponentiell. Bereits über 100 von Zimmerleuten und Dachdeckern im Jahr 2020 installierte Anlagen, motivieren uns diesen Weg mit aller Konsequenz weiterzugehen.

Was sind Ihrer Meinung nach, die entscheidenden Argumente pro Holzbau?

Sowohl Holz als auch Ton sind nachwachsende bzw. natürliche Rohstoffe. Schon dadurch bilden sie eine perfekte Kombination. Beide Rohstoffe sorgen für ein angenehmes Raumklima und verfügen über einen hohen Grad an Wärmeschutz und Energieeffizienz. Zudem sind sie langlebig und stabil. Ein Haus in Holzbauweise in Verbindung mit unseren Tondachziegeln und unserem Photovoltaik-System ist eine, wie ich finde, durchdachte und gelungene Kombination für modernes und grünes Bauen. 

Wie sehen Sie die Chancen für den Holzbau in Deutschland?

Die vielen Projekte nicht nur hierzulande, sondern auch europa- und weltweit machen deutlich, was sich mittlerweile alles mit Holz als Baustoff realisieren lässt. Die steigenden Zahlen genehmigter Neubauten in Holzbauweise bestätigen den kontinuierlichen Wachstumstrend. Leuchtturmprojekte wie das 14-geschossige Holzhochhaus Treet im norwegischen Bergen, der Neubau der Stadtwerke in Lübeck, das größte europäische Bürogebäude in Holzbauweise, oder das in Berlin geplante Holzbauviertel mit rund 5.000 Wohnungen auf dem ehemaligen Gelände des Flughafens Tegel zeigen, wie populär das Bauen mit nachhaltigen Baustoffen geworden ist, und das nicht nur für Einfamilienhäuser, sondern auch im Hinblick auf Großprojekte. 

Wie wird sich der Holzbau, Ihrer Meinung nach, weiterentwickeln? 

Getreu dem Motto höher, schneller, weiter, wird der Holzbau in den nächsten Jahren deutlich an Fahrt aufnehmen. In der Höhe sind, wie aktuelle Beispiele zeigen, keine Grenzen gesetzt. Holzhochhäuser sind längst keine Exoten mehr. Der Holzbau hat sich auch im mehrgeschossigen Bau als eine konkurrenzfähige Alternative zu herkömmlichen Bauweisen etabliert. Ein Hemmschuh ist sicherlich, dass noch immer nicht alle Bauordnungen in den Ländern den aktuellen Stand der Technik berücksichtigen. So wird u.a. Holz in punkto Brandschutz in seiner Berechenbarkeit und Sicherheit im Vergleich zu anderen Baustoffen oftmals verkannt. Doch das ändert sich allmählich. Zur Schnelligkeit: Die hohe Vorfertigung von Holzbauelementen hat den Bauablauf deutlich beschleunigt. Vieles wird in Werkhallen vorgefertigt, selbst Nasszellen. Die Zeit auf der Baustelle wird damit wesentlich verkürzt. Die Entwicklung im Holzbau schreitet weiter mit Riesenschritten voran. Was heute noch als vermeintliche Limitierung gesehen wird, gehört morgen schon zum aktuellen Stand der Technik. 

Sie sind das jüngste Mitglied der Holzbau Deutschland Leistungspartner. Was hat Sie bewogen, beizutreten?

Der Holzbau ist eine spannende Branche mit vielfältigen Möglichkeiten aber auch Herausforderungen. Mit ihren unterschiedlichen Projekten engagieren sich die Holzbau Deutschland Leistungspartner für Forschung und Weiterentwicklung im Holzbau, sie fördern den Nachwuchs und machen den Holzbau mit ihren Marketingmaßnahmen noch bekannter. Wir sehen uns als Teil dieser innovativen und gleichzeitig traditionsbewussten Branche. Gerne bringen wir uns mit unserem Erfahrungsschatz und unseren Lösungsansätzen ein und tragen dazu bei, dem Holzbau den Stellenwert zu verschaffen, der ihm als nachhaltige und zugleich innovative Bauweise gebührt. 

Herr Scherr, vielen Dank für das interessante Gespräch. Wir freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit.

Die Leistungspartner

Modernisierungs-kampagne

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